Vergleich CFD vs. ETF

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Einleitung

Differenzkontrakte

Differenzkontrakte („Contracts for Difference“, kurz CFDs) sind eine Art von Derivatvertrag, der es zwei Parteien ermöglicht, eine Vereinbarung zu treffen, bei der sich eine Partei verpflichtet, der anderen die Differenz zwischen dem Eröffnungs- und dem Schlusskurs eines Basiswerts zu zahlen. Dieses Instrument wird hauptsächlich auf den Devisen-, Aktien- und Rohstoffmärkten eingesetzt (Sousa, Lopes & Santana, 2015).

Mit CFDs können Trader auf Kursbewegungen eines Vermögenswerts spekulieren, ohne diesen physisch besitzen zu müssen. Das bedeutet, dass Anleger das Potenzial sowohl für Gewinne als auch für Verluste nutzen können, unabhängig davon, in welche Richtung sich der Markt bewegt.

Börsengehandelte Fonds

Börsengehandelte Fonds („Exchange Traded Funds“, kurz ETFs) sind Finanzinstrumente, die einen Index, einen Rohstoff, Anleihen oder einen Korb von Vermögenswerten wie ein Indexfonds abbilden. Sie werden an Börsen gehandelt und ihr Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt (Ben-David, Franzoni & Moussawi, 2017). ETFs bieten Anlegern die gleiche Einfachheit des Handels wie Aktien, aber zu niedrigeren Kosten, da sie ohne Maklerprovision gekauft und verkauft werden können.

ETFs sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund ihrer kostengünstigen Struktur, ihrer Steuereffizienz und ihrer Fähigkeit, eine breite Palette von Anlagen abzubilden, immer beliebter geworden. ETFs sind ideal für Privatpersonen und Institutionen, die eine einfache Möglichkeit suchen, ein breites Portfolio von Anlagen zu besitzen. Darüber hinaus können Anleger mit ETFs auch ganz einfach auf verschiedene Anlagestrategien wie z.B. Sektor- oder Einkommensinvestitionen zurückgreifen.

Wie Differenzkontrakte (CFDs) funktionieren

Differenzkontrakte (CFDs) sind komplexe Finanzinstrumente, die es Tradern ermöglichen, auf zukünftige Kursbewegungen von Vermögenswerten zu spekulieren, ohne diese besitzen zu müssen. Sie sind Derivate, d.h. sie leiten ihren Wert von einem Basiswert ab, wie z.B. einer Aktie oder einem Rohstoff (Kristiansen 2004). CFDs ermöglichen es Tradern, Gewinne aber auch Verluste (Risiko) zu erzielen, indem sie eine Long-Position in einem Vermögenswert oder eine Short-Position in einem Vermögenswert eingehen. Eine Long-Position liegt vor, wenn Sie davon ausgehen, dass der Kurs des Basiswerts steigen wird, während eine Short-Position vorliegt, wenn Sie davon ausgehen, dass er fallen wird.

Beim CFD-Handel können Trader eine Hebelwirkung nutzen, um ihre Rendite zu maximieren. Der Hebel ermöglicht es Tradern, mit einem geringeren Kapitaleinsatz größere Positionen zu eröffnen und so ihre potenziellen Gewinne (oder auch Verluste!) zu vergrößern. CFDs gelten auch als hochliquide Vermögenswerte, allerdings sind CFDs komplexe Finanzprodukte und der Handel mit ihnen erfordert Erfahrung und Wissen. Das macht sie für Trader attraktiv, die schnell auf veränderte Marktbedingungen reagieren müssen (Perillo, 1998). Die mit dem Handel von CFDs verbundenen Risiken sollten jedoch nicht unterschätzt werden, da sie zu erheblichen Verlusten führen können, wenn sich der Markt gegen die Position eines Traders bewegt. Daher ist es wichtig, die mit dem CFD-Handel verbundenen Risiken zu verstehen, bevor man eine Position eingeht.

Wie börsengehandelte Fonds (ETFs) funktionieren

Bei börsengehandelten Fonds handelt es sich um eine Anlageform, bei der man Anteile an einem Unternehmen kauft, das Aktien, Anleihen und andere Arten von Anlagen besitzt. Dies kann eine gute Möglichkeit sein, sein Geld anzulegen, da es relativ sicher ist und es viele verschiedene Optionen zur Auswahl gibt (Deville, 2008). Außerdem können ETFs schnell gekauft und verkauft werden, was sie zu einer guten Möglichkeit macht, Ihr Portfolio zu diversifizieren. Sie bieten Anlegern auch mehr Liquidität als die meisten anderen Anlageformen. Börsengehandelte Fonds sind in der Regel auch kostengünstiger als Investmentfonds oder Einzelaktien, was sie für kostenbewusste Anleger attraktiv macht (Lettau & Madhavan, 2018). Darüber hinaus können sie auch steuerliche Vorteile bieten. Schließlich können ETFs Anlegern Zugang zu einer breiten Palette von Anlagen verschaffen und ihnen die Möglichkeit geben, in verschiedene Arten von Vermögenswerten und Sektoren zu investieren.

ETFs bilden in der Regel einen Index oder Korb von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen ab. Das bedeutet, dass ein Anleger, der in den ETF kauft, die gleichen Renditen erhält wie der zugrunde liegende Index oder Wertpapierkorb. ETFs werden wie jedes andere Wertpapier an der Börse gehandelt und können jederzeit während der Marktzeiten gekauft oder verkauft werden.

Im Gegensatz zu traditionellen Investmentfonds werden ETFs nicht aktiv verwaltet. Das bedeutet, dass es keinen Fondsmanager gibt, der aktiv auswählt, in welche Wertpapiere er investiert – der ETF folgt einfach der Performance des zugrunde liegenden Index oder Wertpapierkorbs (Gastineau, 2001). ETFs sind attraktive Anlageinstrumente, da sie eine sofortige Diversifizierung bieten und relativ einfach gekauft oder verkauft werden können. Sie bieten auch tendenziell niedrigere Gebühren als Investmentfonds, was sie zu einer attraktiven Wahl für langfristige Anleger macht. Darüber hinaus sind ETFs steuerlich effizienter als Investmentfonds, da ETFs in der Regel niedrigere Steuersätze für die Ausschüttung von Kapitalgewinnen haben.

CFDs vs. ETFs – Der Vergleich

Da wir nun wissen, wie beide Finanzinstrumente funktionieren, werden wir uns nicht mit dem Vergleich zwischen beiden Finanzinstrumenten befassen.

Grundlage für den Vergleich Differenzkontrakte (CFDs) Börsengehandelte Fonds (ETFs)
Anlageziele Differenzkontrakte (CFDs) sind Derivate, die es einem Anleger ermöglichen, auf die Kursbewegungen eines finanziellen Vermögenswertes zu spekulieren, ohne diesen tatsächlich zu besitzen. Börsengehandelte Fonds (ETFs) sind Investmentfonds, die darauf abzielen, einen bestimmten Benchmark-Index abzubilden und passive Renditen zu erzielen.
Handelskosten CFDs werden in der Regel mit einem Spread oder einer Kommission gehandelt. ETFs werden in der Regel an einer Börse gehandelt und sind mit Transaktionskosten wie Maklerprovisionen verbunden.
Hebel CFDs ermöglichen Anlegern den Handel mit Leverage, d.h. Sie können eine große Position an den Märkten kontrollieren, indem Sie nur einen Bruchteil des vollen Wertes Ihrer Position investieren. ETFs können nicht mit Hebelwirkung gehandelt werden.
Risikoprofil CFDs sind im Vergleich zu ETFs mit einem höheren Risiko verbunden, da der Hebeleffekt in beide Richtungen wirken und erhebliche Verluste verursachen kann, wenn sich die Märkte gegen Sie entwickeln (CFDs vs. ETFs, n.d.). ETFs sind aufgrund ihres passiven Charakters mit geringeren Risiken verbunden.
Besteuerung Der CFD-Handel unterliegt der Kapitalertragssteuer, die je nach Land des Wohnsitzes hoch sein kann. ETFs werden zu einem niedrigeren Satz besteuert.
Anlagestrategien CFDs ermöglichen eine aktivere Handelsstrategie, da Anleger sowohl von steigenden als auch von fallenden Märkten profitieren können. ETFs sind auf langfristige Anlagen ausgerichtet und konzentrieren sich auf die Nachbildung der Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Benchmark-Index.
Liquidität CFDs bieten mehr Liquidität. ETFs sorgen für weniger Liquidität an den Märkten.
Transparenz CFDs sind weniger transparent, da es sich um Derivate handelt, die es einem Anleger ermöglichen, auf die Kursbewegungen eines finanziellen Vermögenswerts zu spekulieren, ohne diesen tatsächlich zu besitzen. Daher sind die zugrunde liegenden Vermögenswerte und Wertpapiere, aus denen sich der CFD zusammensetzt, für die Anleger nicht unmittelbar erkennbar. ETFs sind transparenter als CFDs, da die Anleger leicht erkennen können, in welche Wertpapiere und Vermögenswerte sie investiert sind und deren Wertentwicklung täglich verfolgen können (Poterba & Shoven, 2002).
Kosteneffizienz CFDs können für den kurzfristigen Handel aufgrund ihrer geringeren Transaktionskosten kosteneffizienter sein. ETFs sind im Allgemeinen kosteneffizienter für langfristige Anlagen.
Zugänglichkeit CFDs sind auf einer Vielzahl von Märkten verfügbar. ETFs können je nach Anlageklasse und Börse begrenzt sein.
Anlegereignung CFDs eignen sich eher für erfahrene Trader, die bereit sind, höhere Risiken einzugehen (CFD Vs. ETFs: Differences, Similarities, and Which to Choose, n.d.). ETFs sind eher für langfristige Anleger geeignet, die eine passive Anlagestrategie suchen.
Regulatorisches Umfeld CFDs werden in den meisten Ländern von den Finanzbehörden reguliert. ETFs unterliegen möglicherweise nicht dem gleichen Maß an Regulierung.
Anlegerschutz Der Anlegerschutz ist bei CFDs meist nicht gegeben. Einige Länder bieten zusätzlichen Anlegerschutz für ETFs, wie z.B. eine Einlagensicherung oder Entschädigungssysteme.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass sowohl Differenzkontrakte (CFD) als auch börsengehandelte Fonds (ETF) ihre eigenen einzigartigen Eigenschaften haben, die sie für unterschiedliche Arten von Anlegern geeignet machen. Während CFDs besser für kurzfristige Trader geeignet sind, die einen Hebel nutzen möchten, sind ETFs besser für langfristige Anleger geeignet, die eine passive Anlagestrategie mit niedrigen Kosten und Diversifizierung wünschen. Letztendlich hängt die Wahl zwischen einem CFD und einem ETF von den individuellen Umständen und dem Risikoprofil des Anlegers ab. Es ist wichtig zu wissen, dass CFDs und ETFs nicht für jeden geeignet sind. Bevor Sie sich für ein Anlageprodukt entscheiden, sollten Sie sich über die damit verbundenen Risiken informieren und sicherstellen, dass ein angemessenes Maß an Anlegerschutz vorhanden ist.  Es ist auch ratsam, bei Bedarf professionellen Rat von einem qualifizierten Finanzberater oder Steuerexperten einzuholen.

Insgesamt scheinen CFDs gegenüber ETFs mehrere Vorteile zu haben, wie z.B. ihre höhere Liquidität und Verfügbarkeit, während ETFs für langfristige Anleger kostengünstiger sind. Es ist jedoch wichtig, die Bedürfnisse und die Risikobereitschaft jedes einzelnen Anlegers zu berücksichtigen, bevor er eine Entscheidung darüber trifft, welche Art von Anlageinstrument für ihn am besten geeignet ist. Daher ist es wichtig, vor einer Investition einen Finanzberater zu konsultieren.

  • Ben-David, I., Franzoni, F., & Moussawi, R. (2017). Exchange-traded funds. Annual Review of Financial Economics9(1), 169-189.
  • Lettau, M., & Madhavan, A. (2018). Exchange-traded funds 101 for economists. Journal of Economic Perspectives32(1), 135-54.
  • Gastineau, G. L. (2001). Exchange-traded funds: An introduction. The Journal of Portfolio Management27(3), 88-96.
  • Deville, L. (2008). Exchange traded funds: History, trading, and research. In Handbook of financial engineering (pp. 67-98). Springer, Boston, MA.
  • Poterba, J. M., & Shoven, J. B. (2002). Exchange-traded funds: A new investment option for taxable investors. American Economic Review92(2), 422-427.
  • Kristiansen, T. (2004). Pricing of Contracts for Difference in the Nordic market. Energy Policy32(9), 1075-1085.
  • CFD vs. ETFs: Differences, Similarities, and Which to Choose. (n.d.). Abgerufen am 15, Dezember 2022, von
    https://www.vantagemarkets.com/academy/cfd-vs-etfs/
  • Sousa, F., Lopes, F., & Santana, J. (2015, June). Contracts for difference and risk management in multi-agent energy markets. In International Conference on Practical Applications of Agents and Multi-Agent Systems (pp. 155-164). Springer, Cham.
  • Perillo, J. M. (1998). The Law of Lawyers‘ Contracts is Different. Fordham L. Rev.67, 443.
  • CFDs vs ETFs. (n.d.). Abgerufen am 16. Dezember 2022, von
    https://www.cmcmarkets.com/en/trading-guides/cfd-vs-etf
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